Geschichte des Hotel „Alpenhof“


„1909 erbaut und ursprünglich geplant als Talstation der Wendelstein-Seilbahn. Doch
Bahngründer Steinbeiß entschied sich um und baute die Zahnradbahn von Brannenburg aus.“
So sagen’s die einen.
„Oder wurde der Alpenhof doch erst 1912 erbaut, auf der Wiese des Bauern Schneider, von
einem Postbeamten aus Schliersee?“
Genaues ist aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts nicht mehr bekannt. Nur soviel,
dass der Alpenhof, damals noch „Kurhaus Alpenhof“ als Gasthof gebaut und betrieben wurde,
in dem die Bauern des Ortes einkehrten und gelegentlich auch eine Viehversteigerung
stattfand. Geleitet wurde das Haus damals von Herrn Dr. Goebel.


1927 erwarb der Generaldirektor der Pfalzwerke, Kommerzienrat Baier den Alpenhof und
nutzte ihn als Erholungsheim für seine Werksmitarbeiter. Nebenbei lief der Gasthof als
Pachtbetrieb weiter, unter der Leitung von Frau Veitl. Es wurden unter anderem Servierkurse
abgehalten und der Betrieb erwies sich als sehr erfolgreich bis in die Kriegsjahre hinein.


Dunkle Schatten fielen auf den Alpenhof, als er von den Nationalsozialisten zum
Vorbildbetrieb ernannt wurde. Von da an verkehrten Mitglieder der Parteispitze, unter
anderem auch Reichsmarschall Hindenburg und die Nazi-Organisation „TOD“ im Haus. Es
wurden eine Kegelbahn und mehrere Garagen dem Alpenhof hinzugefügt.
Berichten der Nachbarn zufolge, gab es im Jahre 1945, dem Ende des Regimes, wiederholt
Feuer auf dem Hof, bei denen die Parteibücher verbrannt wurden. Danach zogen sich die
Nationalsozialisten in das heutige Sudelfeldhaus zurück.


Immer noch unter der Leitung von Frau Veitl, übernahmen nun amerikanische Besatzer das
mehr oder weniger unbeschadete Gebäude. Bis 1949 wurden hier vor allem alte Menschen aus
den zerbombten Städten untergebracht. Nach Öffnung der besetzten Zonen übernahmen die
Pfalzwerke wieder den Alpenhof und richteten ihn wieder als Erholungsheim her. Das Haus
heißt „Hotel Alpenhof“ und wird von Herrn Josef Heinritzi geleitet, der seit 1949
Hausmeister im Haus war und anschließend erfolgreich die Hotelfachschule in Bad
Reichenhall abschloss.
So wurde das Hotel Alpenhof in den 50er Jahren wieder ein beliebtes Ziel für Reisende und
auch Ortsansässige. Nun gab es eine Vielzahl an An- und Umbauten. Die immer noch mit
Kohle betriebenen Küchenherde wurden durch elektrische Öfen ersetzt. An die Kegelbahn
wurden eine Waschküche mit Heißmangel sowie ein Schweinstall angebaut. 1965 gab es dann
die nächste Bauphase, in der der Alpenhof um einen Speisesaal und ein Bettenhaus erweitert
wurde. Dies hatte zur Folge, dass das Haus nun auch offiziell als Hotelbetrieb geführt wurde,
in dem die Werksangehörigen der Pfalzwerke weiterhin im Vordergrund standen.

Zu diesem Zeitpunkt verfügte das Hotel über 90 Betten, zwei Fernsehräume und als
Besonderheit für Kinder über ein Spielzimmer. Bis zum Anbau des Hallenbades im Jahre 1972 zu den Olympischen Spielen in München wurde das gesamte Haus mehrfach umgebaut und renoviert.


Der Service wurde mehr und mehr ausgeweitet. So wurde ein Shuttle – Service zum Beispiel
für Bahnreisende oder Ski-Begeisterte eingerichtet. Das Haus beschäftigte rund 30
Angestellte und zwei Küchenmeister. Der Hausmeister arbeitet noch heute im Hotel.
Nach der Gründung einer GmbH 1982 durch die Pfalzwerke, wurde die Hotelleitung Herrn
Nehle übertragen. Dieser führte das Haus, bis es 2003 in den Besitz von Herrn Friedrich
Christoffer und Herrn Paul Urchs überging.


Nach umfangreichen Renovierungen und Umgestaltungen erstrahlte „Der Alpenhof“ als 5
Sterne Superior Hotel in völlig neuem Glanz mit 7 Themensuiten, 31 Zimmern, 3
Tagungsräumen, Wellness- und Kosmetikbereich, einer Indoor-Golfanlage und 2 Restaurants.
Im Jahr 2005 verfügte unser Haus über einen Michelin Stern und 17 Punkten im Gault
Millau für das Feinschmeckerrestaurant „Alpenstube“.


Im Oktober 2009 wurde die Zusammenarbeit mit Herrn Paul Urchs beendet und die Besitzer
Familie Christoffer leitete das Haus nun in eigener Regie. Das Gourmetrestaurant wurde
geschlossen und auf den fünften Hotelstern freiwillig verzichtet. Als Geschäftsführer
übernahm Herr Alexander Christoffer nun die Geschicke des Hauses. Die Küchenleitung
übernahm Chris Lehmann aus München, der die Gäste bis August 2015 mit seiner
hervorragenden Küche verwöhnte.


Im September 2015 wurde der bis dahin im Arabella Spitzingsee Hotel tätige Florian Zotz als
neuer Küchenchef eingestellt. In dieser Zusammensetzung wurde das Hotel bis zum Dezember 2017 weitergeführt. Nachdem der Geschäftsführer Alexander Christoffer das Haus im Jahr 2016 verließ um sich beruflich umzuorientieren, wurde der Alpenhof schließlich im Januar 2018 an Familie Werner aus Starnberg verpachtet. Leider konnten diese den Alpenhof nicht erfolgreich weiterführen und mussten im November 2019 aus dem Vertrag ausscheiden.

Nachdem das Hotel zwischenzeitig wieder von der Besitzerfamilie weiter geführt wurde, begann im Mai 2020 die Zusammenarbeit mit den DEVA Hotels unter der Leitung von Herr Vadim Akintschitz. Trotz der inzwischen ausgebrochenen Corona Pandemie, gehört der Alpenhof weiter zu den DEVA Hotels.